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Fachtagung Bildung 18.11.06

© Pressemitteilung - 26.11.06

Gemeinden mit Zukunft brauchen Kindertagesstätten und Schulen für alle Kinder!

Marktoberdorf/Allgäu. Dies war eine der wichtigsten Schlussfolgerungen und Forderungen, die auf der Allgäuer Bildungsfachtagung der SPD in Marktoberdorf am Ende laut wurden. Einen ganzen Tag lang beschäftigten sich die zahlreichen Gäste aus dem ganzen Allgäu mit Alternativen und Chancen zur Bildung in einer ländlich geprägten Region wie dem Allgäu. Zu dieser Tagung geladen hatte die SPD-Bundestagsfraktion, die durch die örtlichen Betreuungsabgeordneten Gabi Fograscher und Klaus Barthel vertreten war. Begleitet wurden sie von der Kinderbeauftragten der SPD-Bundestagsfraktion, Marlene Rupprecht, die mit einem klaren Bekenntnis zum weiteren und besseren Ausbau der Betreuungseinrichtungen für Kleinkinder den Auftakt zu den Fachreferaten begann.

Oskar Brückner, der Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft in Bayern stellte das Konzept "Eine Schule für alle vor". Er verwies auf Länder wie Finnland, deren unangefochtene Spitzenposition im Bildungsbereich ein Ergebnis ausgezeichneter Förderung eines jeden Kindes ist. Dies geschieht nicht durch Separierung und fragwürdiger Elitebildung, sondern indem alle Kinder eine gemeinsame Schule besuchen, in der sie möglichst individuell von Anfang an gefördert werden. Diese Schulen sind wohnortnah und bieten auch alle Angebote für jedes Kind. Nach dem Motto, "Kein Kind darf verloren gehen" werden in Finnland gerade im frühem Kindesalter die intensivsten Fördermöglichkeiten flächendeckend und landesweit geschaffen.

Den Aspekt optimaler individueller Förderung gerade bei gemeinsamer Beschulung stellte auch Roland Astl, Leiter des Sonderpädagogischen Beratungszentrums in Reutte, in den Mittelpunkt seiner Ausführungen. Inklusive Pädagogik am praktischen Beispiel der Integration von Kindern mit Behinderungen in Reutte und im Außerfern ist eine zutiefst menschliche Pädagogik. Wenn Kinder gemeinsam lernen, lernen sie v.a. auch voneinander und miteinander, eine Qualität die Unterricht in homogenen Gruppen nur eingeschränkt bieten kann. Auch können spezielle, sonderpädagogische Fördermaßnahmen gezielter und individueller in den gemeinsamen Klassen erfolgen. Solche gemeinsamen Kindergruppen und Klassen bieten aber auch den weit verstreuten und oft recht abgeschiedenen Dörfern im Außerfern die Chance einer qualitativ hochwertigen und wohnortnahen Bildung für alle Kinder.

Auf der Basis dieser einführenden Referate entstand am Nachmittag eine lebhafte Debatte im Rahmen der Podiumsdiskussion, zu der die Moderatorin Ilona Deckwerth neben den erwähnten ReferentInnen auch Fachleute wie Gaby Herbig vom Bayerischen Elternverband, Bernd Haberkorn, Studienrat im Oberallgäu sowie Michael Helfert vom Bund der Erzieher und Leiter einer Kindertagesstätte in Türkheim, begrüßen konnte.

Es wurden Leitthesen und Forderungen entwickelt, wie wohnortnahe Bildungseinrichtungen, qualifizierte Förderung aller Kinder und den Zugang zu Bildung für alle, ohne dabei vom Geldbeutel der Eltern abhängen zu müssen. Ilona Deckwerth resümierte, dass integrative Systeme wie etwa die "Eine Schule für alle" ein ehrliches und realistisches Konzept darstellen, um Wohnortnähe der Bildungseinrichtungen und optimale Förderung für alle Kinder und Jugendlichen im Allgäu zu verwirklichen.

Podium Bildungsfachtagung Marktoberdorf
Von links: Marlene Rupprecht, MdB, Michael Helfert, Bund der Erzieher, Roland Astl, Sozialpädagisches Zentrum Reutte, Ilona Deckwerth, AllgäuSPD, Gaby Herbig, Bayerischer Elternverband, Bernd Haberkorn, Studienrat, Oskar Brückner, Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft

 

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